Institutsgeschichte

Die Anfänge

Am 1. November 1914 wurde das ,,Sächsische Forschungsinstitut für Völkerkunde" gegründet, nachdem als Ausbildungsstätte schon 7 Monate vorher das „Ethnographische Seminar“ der Universität Leipzig eingerichtet worden war. Beide Institutionen waren im alten Grassi-Museum untergebracht und unterstanden dem Direktor des Völkerkundemuseums, Prof Dr. Karl Weule. In das Gründungsjahr fiel auch der Beginn des 1. Weltkrieges in Europa sowie der Verlust der deutschen Kolonien an die anderen imperialistischen Mächte. Das Leipziger Institut betrieb seine ethnologische Forschung und Lehre ausdrücklich in dem Glauben, durch die eigene Arbeit den Anspruch auf Rückgewinnung der Kolonien und damit auf Wiederherstellung der deutschen Weltgeltung belegen zu können.

1927, nach dem Tod Weules und der Trennung von Museum und Universität, übernahm Otto Reche, der auf der Hamburger Südsee-Expedition 1908/9 dabei gewesen war, das Institut.

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Personalgeschichte

Institut für Ethnologie unter Bernhard Streck

Bernhard Streck hat das Institut für Ethnologie in Jahren 1994 bis 2010 geleitet und in der schwierigen Nachwendezeit mit Ethusiasmus geprägt. In seinen Publikationen setzt sich Streck intensiv mit der Geschichte seines Faches auseinander. Er forscht und schreibt zu einer Vielzahl von Themen wie dem interkulturellen Vergleich, zur komplexen Gesellschaft, zur Religionsethnologie, zur Tsiganologie, über Regionen vom Nahen Osten bis Nordostafrika. Bernhard Strecks neueste Publikation ist das auf seiner religionsethnologischen Vorlesung beruhende Buch "Sterbendes Heidentum" (2013). Es behandelt das Konstrukt der Glaubenswelt unserer Vorfahren, die aus der von monotheistischen Vorstellungen geprägten Sicht oft abwertend oder skeptisch als heidnisch beschrieben wurde. Der Autor führt darin die Einsichten zahlreicher Missionare und Ethnologen zusammen und enthüllt Parallelen zwischen frühen Glaubenskulturen.

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Neues Bildmaterial aus dem Archiv

Der historische Foto- und Karteibestand des IfE Leipzig zum Thema „Rassenkunde“ steht zur wissenschaftlichen Bearbeitung zur Verfügung!

Knapp 8000 Glasplatten und Tausende von Karteikarten, deren ursprüngliche Kontexte durch diverse Umzüge verloren gingen, wurden inzwischen neu geordnet und, soweit es möglich war, in thematisch betitelte Konvolute (siehe Gesamtverzeichnis) zusammengefasst. Es handelt sich um Fotografien, Listen, Reproduktionen, Bibliographien, die zwischen 1927 und 1945 am Leipziger Institut angefertigt und gesammelt wurden. Gegenstand der Forschung waren Gefängnisinsassen aus Hoheneck und Waldheim, Reichswehrsoldaten, Mütter und Kinder im Rahmen von Vaterschaftsgutachten und einzelne Dörfer in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Oberschlesien. Bei den Untersuchungen sorbischer, deutscher oder polnischer Dorfgemeinden findet man außer den üblichen Portraits auch Dorf- oder Landschaftsaufnahmen.

Glasplatten und Zusatzmaterialien, wie Tabellen zur Auswertung gesammelter Daten, weisen auf eines der wichtigsten Ziele damaliger Forschungen hin, nämlich eine gültige und überprüfbare Definition von "Rasse", resp. den verschiedenen "Rassen" zu finden. Vor allem die Forschungen in sorbischen Gemeinden zeigten jedoch, dass eine Eingliederung in die oder eine physiologisch überzeugende Abgrenzung von der dominanten Kultur nicht eindeutig waren.

Grundlagenliteratur: Katja Geisenhainer; Rasse ist Schicksal. Leipzig 2002.

Jasmin Eppert Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / Annegret Nippa Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sekretariat

Annette Halbig

Tel 0341 97 37 220
Fax 0341 97 37 229 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Öffnungszeiten:
Mo-Do 11-16 Uhr
ACHTUNG: von 11. - 27.
August geschlossen

Direktorin

Ursula Rao

(0341) 97 37 221 
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Institut für Ethnologie
Schillerstraße 6
04109 Leipzig

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